Bernhard Thomas
06. September 2025
Die Grundidee der Sonneninitiative ist gut, sofern sie funktioniert. Der Service bei Bestandsanlagen wird aber zunehmend schlechter. Es wird regelmäßig und bewusst gegen die vereinbarten Dienstleistungsverträge verstoßen. Jahresabrechnungen und Abschlagszahlungen aus Einspeisung und Stromverkauf vor Ort werden immer später ohne Begründungen zum wirtschaftlichen Schaden der Teilnehmer vorgenommen. Rückfragen zu den Gründen der Verzögerungen werden nicht beantwortet. Damit wird das Vertrauensverhältnis massiv untergraben. Im schlimmsten Fall kann es passieren, dass das angepriesene Vermarktungskonzept der PV-Anlage zusammenbricht. Dies ist der Fall, wenn der Stromabnehmer vor Ort den Stromliefervertrag (mit kurzer Laufzeit) nicht verlängert. Dann muss der komplette Strom mit schlechteren Erlösen eingespeist werden. Jeder Teilnehmer sollte vor einem finanziellen Engagement gründlich prüfen, ob die Sonneninitiative der passende Vertragspartner ist, und ob die prognostizierten Renditen der Realität standhalten. Ich spreche aus 15-jähriger Erfahrung mit kritischer aber objektiver Begleitung der Sonneninitiative e.V., Marburg. Ich muss mich leider wieder aus aktuellem Anlass zu Wort melden. Die letzte Bewertung ist nach meiner Erfahrung nicht zutreffend oder eine Ausnahme wegen vielleicht nur einer einzigen Beteiligung. Somit ist sie nicht aussagekräftig und repräsentativ, zumal sie anonym und in einem miserablen Deutsch verfasst ist. Ich bin an 7 Projekten bei der Sonneninitiative beteiligt und stelle fest, dass die Abrechnungen zunehmend mit deutlichen zeitlichen Verzögerungen erstellt werden. Zum Teil liegt es an Verzögerungen der Netzbetreiber, aber zum Großteil liegt die Verantwortung bei der Sonneninitiative selbst. Als negatives Beispiel sind hier die fehlenden Jahresabrechnungen 2024 aus Eigenverbrauch zu nennen. Von Transparenz kann keine Rede sein, da jegliche Informationen über Verzögerungsgründe fehlen und schriftliche Rückfragen nicht beantwortet werden. Die Sonneninitiative verstößt bewusst sowohl gegen die mit die mit den Teilnehmern geschlossenen Dienstleistungsverträge als auch gegen die Stromlieferverträge mit den Abnehmern des Eigenstroms. Der Vollständigkeit halber muss erwähnt werden, dass die Gutschriften, wenn sie einmal versandt wurden, pünktlich und vollständig ausgezahlt werden. Leider sind diese Zahlungstermine aktuell ein unkalkulierbares Glücksspiel. Jeder Teilnehmer muss sich dessen bewusst sein, und für sich die Entscheidung treffen, ob eine neue Beteiligung an den exzessiv beworbenen Neuprojekten seine Erwartungen erfüllen wird. Nach den Erfahrungen der letzten Zeit ist eine neue Beteiligung für mich undenkbar. Die Werbekampagnen laufen bei mir ins Leere.